Orte Verbinden – neuer Pilgerweg zum Wintoper Kapellchen

Das Wintroper Kapellchen ist in die Reihe  „Orte verbinden“  des Erzbistums Paderborn aufgenommen worden.  Dort  entsteht ein Netzwerk an Orten und Pilgerwegen, die dem Trend Pilgern Hand und Fuß geben.

Das Wintroper Kapellchen ist ein besonderer Ort. Das mögen viele Pilgerwege von sich behaupten, doch hier stimmt es ganz sicher – denn das Kapellchen erzählt eine ständige Geschichte der Erneuerung. Wer also auf dem persönlichen Weg der Erneuerung ist, sich verändert, Zeiten des Umbruchs vor sich hat, der sollte sich für diesen Pilgerweg entscheiden.
Doch was genau steht hinter der Idee der Erneuerung? Das Kapellchen in Wintrop entstand durch eine Gruppe junger Mädchen, die 1933 auf eines ihrer Spaziergänge ein verwittertes Kreuz und Heiligenhäuschen entdeckten. Durch die Wirren des 2. Weltkriegs hindurch war dies ein Ort der Zuflucht, der geheimen Treffen und Tagungen. 1945, nur wenige Tage nach Kriegsende, begann bereits die erste Erneuerung des Ortes: Der Umbau vom Bildstock zu einem Kapellchen. Wieder waren es junge Mädchen, die mit Steinen und Holz des zerstörten Arnsbergs, Stück für Stück und in mühsamer Eigenleistung ein Kleinod mitten im Arnsberger Wald schufen.
Das Kapellchen war seit dem Ort für Pilger, Wanderer, manchmal einfach nur für Menschen die es zufällig entdeckten. Ein Ort für Hochzeiten und Taufen, für Stille und Gebet, ein Ort für Reflektion und Innehalten. Das Gästebuch des Kapellchen zeigt es: Man ist beeindruckt von der stoischen Ruhe, vom Abseits sein und doch mit sich selbst so nah. Besonders im Monat Mai pilgern viele Gemeinschaften, Jugend- und andere Gruppen hierher.
Jahrzehnt um Jahrzehnt erneuerte sich das Kapellchen immer wieder – um Aussenanlagen, um Innenausstattung, um Symbole. Bis zum Brand 2014, der das Kapellchen bis auf die Grundmauern zerstörte.
Eine Welle der Solidarität in der Stadt Arnsberg und weit darüber hinaus, der Vereine, der Unternehmen, von Privatpersonen und Kirchen erneuerten das Kapellchen abermals – und bauten es komplett wieder auf. Über 300 Gäste feiern an der Wiedereinweihung am 31.05.2015 den Ort, der abermals gezeigt hat, wie Erneuerung im Kleinen beginnt.
Ich lade Sie ein, zu diesem stillen und so herrlich gelegenen Ort der Erneuerung zu kommen und Ihre ganz persönliche Erneuerung mitzubringen. Sie zu reflektieren, sie der Gottesmutter anzuvertrauen. Und anschliessend mit neuen Impulsen und Gedanken diese Erneuerung zu gestalten.